Dass wir Instabilos aufgrund lauter unsichtbarer, pathologischer biochemischer Prozesse haufenweise Vitamine verlieren, ist kein Geheimnis. Eben deshalb müssen wir sie regelmäßig zuführen, allen voran: Vitamin B12. Was aber sollte man beim Kauf beachten und woran erkennt man eigentlich ein gutes B12-Präparat?


Die B12-Kriterien

Eine eindeutige Antwort auf die Frage, welches B12-Präparat das Beste ist, gibt es vermutlich nicht. Es kommt einfach darauf an, welche Wirkstoffe, Dosierung und Formen für den jeweiligen Organismus besonders vorteilhaft sind. Nichtsdestotrotz kann es sich vor dem Kauf auszahlen, einige Kriterien zu beachten.

Wirkstoff
Cyanocobalamin, Hydroxocobalamin, Methylcobalamin oder Adenosylcobalamin – Welche B12-Form ist die beste?
Wie ihr in einem älterem Beitrag bereits lesen konntet: Bei Cyanocobalamin handelt es sich um eine wirksame, aber synthetisch hergestellte Form von Vitamin B12, genauer gesagt um eine Kombination aus B12 und dem Giftstoff Cyanid. Es ist haltbar und kostengünstig. Damit es jedoch in eine aktive, verwertbare Form umgewandelt werden kann, braucht es bestimmte Cofaktoren. Für Instabilos meiner Meinung nach nicht sehr empfehlenswert.
Hydroxocobalamin ist eine der natürlichen und aktiven Formen von B12 und wird vom Körper somit besser aufgenommen und eingelagert (Hall et al., 1984). Auf der Seite www.vitaminb12.de wird es sogar als die wirksamste Form beschrieben. 
Adenosylcobalamin ist wie Methylcobalamin eine bioaktive B12-Form, und neben Hydroxocobalamin die häufigste Form in Nahrungsmitteln und in unserem Körper. Es ist vor allem in den Mitochondrien aktiv. Es wird 67-mal langsamer im Cytosol zu Cobalamin umgewandelt, verglichen mit Methylcobalamin, und setzt folglich weniger Cobalamin auf einen Schlag frei (Farquharson & Adams, 1976).
Methylcobalamin ist ein von Bakterien produziertes Coenzym – aus Hydroxo- und Cyanocobalamin.

Form
(Lutsch-)Tabletten, Kapseln, Sprays/Tropfen oder Injektionen?
Als reinste Form der B12-Präparate gelten Kapseln, jedoch ist deren Wirksamkeit vom sogenannten Intrinsic Factor abhängig (das ist ein Glykoprotein im Magen, das für die Aufnahme von Vitamin B12 im Körper sorgt).
Sprays und Tropfen sind besonders vorteilhaft für Menschen, die Probleme mit dem Schlucken von Tabletten und Kapseln haben, enthalten mitunter aber unliebsame Zusatzstoffe.
Lutschtabletten zeigen eine eher durchwachsene Wirksamkeit (Pall, 2009) und beinhalten mitunter ebenfalls unerwünschte Zusatzstoffe.
Injektionen sind mein persönlicher Favorit, da sie eine hohe Aufnahme gewährleisten und da sowohl die subkutane, intramuskuläre als auch intravenöse Verabreichung möglich sind. Natürlich ist es hierbei sehr wichtig, angemessene hygienische Vorkehrungen zu treffen, damit die Selbstinjektion nicht in einer Infektion endet. Zudem ist ein wenig Vorwissen erforderlich, was das geeignete Equipment betrifft. Hierzu schreibe ich gern einen gesonderten Beitrag.

Zusätze
Als unumstrittene Zusätze gelten laut www.vitaminb12.deCellulose, Mikrokristalline Cellulose, Hydroxypropylmethylcellulose, Wasser. 
Umstritten sind: Magnesiumstearat, Aspartam, Titanoxid, Stearinsäure (ebd.) 
Auch die Frage, ob das jeweilige Präparat vegan ist, spielt hier rein. Manche Produkte enthalten nämlich Gelatine oder Milchzucker.

Der Preis
Hochwertige B12-Präparate sind automatisch preisintensiver. Es kommt allerdings auf die Dosierung an. Merke: Je höher diese ist, umso günstiger ist am Ende das Produkt. Ein sinnvoller Preisvergleich sollte entsprechend zwischen Präparaten mit gleicher Dosierung vorgenommen werden.

Die VerpackungInjektionsflüssigkeit und Tropfen sind in der Regel in Glasflaschen abgefüllt, folglich fällt etwas weniger Plastik- und Alu-Müll an, verglichen mit B12-Kapseln.

Gute B12-Hersteller

Seriöse Hersteller für Mikronährstoffe kann man zum Beispiel erkennen, indem man sich folgende Fragestellungen vor Augen führt:

  • Wo kommt das Nahrungsergänzungsmittel her? Bevorzugt werden sollten Präparate aus deutscher Herstellung oder einem anderen Land mit hohen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen.
  • Hat der Hersteller eine Webseite und eigenen Web-Shop?
  • Wird das Nahrungsergänzungsmittel nach Qualitätsrichtlinen hergestellt? Haltet Ausschau nach Siegeln wie HACCP, TÜV, BIO-Siegel oder DIN Normen.
  • Bietet der Hersteller einen echten Kundensupport an und antwortet auf Nachfragen? Viele Produzenten stellen Nahrungsergänzungsmittel nicht aus gutmütigen Gründen her, sondern nur für den Profit. Folglich wird auch kein Wert darauf gelegt, seine Kundschaft zu beraten oder Hilfestellungen anzubieten. Achtet also unbedingt darauf, woher ihr eure Produkte bezieht.
  • Gibt es unabhängige Labortests zu den Produkten?

Gute B12-Produkte

Meiner Meinung nach sind B12-Präparate mit natürlich vorkommenden B12-Formen zu empfehlen, wie beispielsweise diese:

Sports & Health *Enthält Methyl- und Adenosylcobalamin200µg/Tropfen
NATURE LOVE *Enthält Methyl- und Adenosylcobalamin 200µg/Tropfen
nature by Glory Feel *Enthält Methyl- und Adenosylcobalamin 100µg/Tropfen
ZELLKRAFT *Enthält Methyl- und Adenosylcobalamin 200µg/Tropfen
HEVERT *Enthält Hydroxocobalamin1000µg/Ampulle
Pascoe * Enthält Hydroxocobalamin 1500µg/Ampulle

Wer Amazon bei seiner Suche nach geeigneten B12-Produkten lieber umgehen möchte, darf hier gern mal reinschauen: Sunday Natural

Viel Spaß beim unbedenklichen Shoppen!


Amess, J. A. L. et al. (1978). Megaloblastic haemopoiesis in patients receiving nitrous oxide. Lanctt, 2, 339.

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Farquharson J. und Adams, J.F. (1976). The forms of vitamin B12 in foods. Br J Nutr. 36(1), 127-36.

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Foto: Anna Shvets – pexels.com


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