Ihr ahnt nicht, wie oft es vorkommt, dass jemand meinen Blog oder ein paar meiner Textschnipsel zum Thema CCI/AAI auf Instagram liest, mich daraufhin kontaktiert und mir unumwunden offenbart, dass sie oder er Selbstmordgedanken hat.


Selbstmordgedanken gehören dazu

Als ungewöhnlich betrachte ich das längst nicht mehr. Denn Selbstmordgedanken gehören zu dieser Krankheit wie Federn zu einem Huhn. Wer weiß, wie belastend die Symptome sein können, wird mir zustimmen: Wer sich bemüht, einem CCI/AAI-Geplagten seinen Todeswunsch auszureden, verhält sich damit wie jemand, der einen Schmetterling mit durchlöcherten Flügeln in eine Schüssel Zuckerwasser setzt.

Ein Anker

Zugegeben, Suizidgedanken sind harter Tobak. Doch für manche von uns sind sie mitunter der einzige Anker, an dem wir uns in schlimmen Phasen festhalten können. Stellt euch vor, wie beruhigend es sich anfühlt, jederzeit gehen zu können, die unbeschreiblichen Qualen abzustreifen und somit letztlich doch noch die Kontrolle wiedererlangt zu haben.

Ich möchte leben

Was mich betrifft, zeige ich Verständnis. Ich käme niemals auf die Idee, einem CCI/AAI-Betroffenen das Sterben auszureden. Selbstredend ist von mir auch keine Zustimmung zu erwarten. Denn so oder so, es ist nicht meine Entscheidung.

Ich für meinen Teil möchte leben und noch lange Zeit mein beschlossenes Gesundsein genießen. Was noch nicht gut ist, wird es werden, und wenn nicht… Ach, was weiß ich. 🙂

Hilfe

Zum Schluss dennoch ein wichtiger Appell: Wenn ihr euch in einer ausweglosen Situation befindet und Selbstmordgedanken habt, scheut euch nicht, Unterstützung anzunehmen. Für schnelle Hilfe ruft bitte diese Nummer an: 0800 1110111 oder besucht die Telefonseelsorge online.