Ihr Lieben, in nächster Zeit möchte ich mich so gut es geht auf den Rest meines Studiums konzentrieren. Keine Sorge, Beiträge wird es weiterhin geben, denn die sind längst vorbereitet und werden ab jetzt nach und nach ganz automatisch für euch sichtbar – sodass ich mich klammheimlich zurückziehen kann. Bevor ich mich aber volle Möhre in meine Bücher vertiefe, möchte sich mein Herzbeutel zu Wort melden.


Besuch von Poltergeistern

Es gibt meinen Blog nun schon sieben Jahre, wenn ich richtig liege. In dieser langen Zeit erlebte ich unvorstellbare gesundheitliche Tiefpunkte, die zu beschreiben mir gegenüber Ärzten, Freunden und auch meiner Familie nie so richtig nachvollziehbar gelang – zumal das meiste davon geklungen haben muss, als hätte ich es herbeiphantasiert.

Mit jedem neuen Tag voller Abstürze und großer Ungewissheit sah ich mich mehr und mehr als Ballast meiner Mitmenschen. Selbst der Gedanke an den Gang zum Arzt löste irgendwann Schamgefühle in mir aus, denn ich war mir selbst zu kompliziert, meine Symptome zu unübersichtlich und meine Erkrankung nach zahllosen Reinfällen bei Ärzten und Therapeuten etwas Unmögliches geworden, mit dem ich offensichtlich ganz alleine fertig werden musste – ein bisschen wie wenn man regelmäßig Besuch von Poltergeistern bekommt.

Danke für dieses Signal

Vieles, was ich erlebt habe, ist hier gar nicht beschrieben. Dazu fehlte mir seinerzeit einfach die Kraft und der Mut, und ich wollte gewisse Situationen durch das Verschriftlichen kein zweites Mal durchleben. Ich war einfach fertig.
Ich war aber auch motiviert. Denn ich dachte, wenn ich alles sammle, über das ich beim Umsetzen meiner Absicht zu heilen stolpern würde, könnten andere, denen es so ähnlich geht wie mir, mit viel weniger Aufwand an Inspiration gelangen, die ihnen hilft – und auch sehen, dass sie nicht alleine sind.

Mittlerweile bekomme ich von euch so viele Nachrichten, darunter ganz viel Lob, gute Hinweise und vor allem großes Vertrauen, wenn ihr mir einen kleinen Einblick in eure Sorgen und Ängste gewährt. Sogar mein Klingelbeutel klingelt hin und wieder, was für mich ein ganz besonders starkes Signal ist. Denn ehrlicherweise stand ich schon oft an dieser Klippe, an der ich mich fragte: Wäre es jetzt nicht mal an der Zeit aufzuhören?

Wirbelwirrwarr wird es immer geben

Jetzt kriegt aber bitte kein Herzflattern. Ich hatte niemals die Erwartung, dass dieser Blog mir Geld einbringt – gleichwohl er mich Geld kostet und natürlich viel Zeit (weil ich recherchiere, schreibe und mit euch in Kontakt stehe). Wirbelwirrwarr ist mein Baby und es bleibt für jeden zugänglich, der Ausschau nach Hilfe hält – völlig egal, ob der Beutel klingelt oder ob ich irgendwann die Schreibfeder niederlege. Doch als ich neulich auf mein Konto sah und ein paar großzügige Spenden entdeckte, wusste ich, dass dieser Blog euch wirklich wichtig ist und dass ihr ihn am Laufen halten wollt. Dafür danke ich euch!

Eine Boje zum Festhalten

Seid mir aber bitte nicht böse, dass ich es nicht mehr so gut schaffe, eure Nachrichten und Fragen zu beantworten. Dank dieses Blogs stehe ich mit zahlreichen Menschen in Verbindung, die ich mit Freude auf ihrem Weg begleite und die mich gern als eine Art Boje zum Festhalten betrachten dürfen. Doch diese Boje ist momentan voll ausgelastet und muss sehr aufpassen, dass sie nicht untergeht. Ich habe eben auch meine Grenzen.

Trotzdem möchte ich euch zum Schluss noch ein kleines bisschen abholen. Bleibt in der Zuversicht und denkt immer dran: Habt Mut zur Intuition. Sie ist der wichtigste Schlüssel zur Heilung – besonders angesichts der vielen Schubladen, in die man euch mit euren Symptomen stecken könnte, sei es durch Ärzte, Therapeuten oder selbst ernannte Experten auf Facebook und Instagram. Auch im Dschungel des riesigen Therapieangebots behaltet euren eigenen Weg im Blick. Euer Körper hat den Überblick. Fragt ihn von Zeit zu Zeit, wie es weitergehen könnte und vertraut darauf, dass er wie niemand sonst das Beste für euch will.