Ich dachte schon, es würde niemals zu einer Fortsetzung kommen. Seit letzter Woche darf ich jedoch sagen: Ich bin zurück auf dem Weg, Sterbebegleiterin zu werden – obwohl ich manchmal über das Warum rätsle.


Wieso sucht jemand den Tod?

Gute Frage, oder? Wieso sucht ein junger Mensch die Nähe des Todes? Ist er lebensmüde? Hat er Depressionen? Hegt er makabere Vorlieben? Muss er etwas bewältigen? Oder spekuliert er womöglich auf einen kurzen Einblick in das Danach?

Um ehrlich zu sein: Ich denke, es ist meine Art der Vorbereitung. Nicht dass ich das zwingend müsste oder dass es möglich wäre, sich in irgendeiner direkten Form auf das Sterben vorzubereiten (jedenfalls nicht so, wie manch einer es sich wünschen würde). Was aber durchaus möglich ist, ist zu tun, was einen erfüllt, damit man ganz am Ende all den guten Gelegenheiten, die das Leben geboten hat, nicht nachtrauern muss. Am Ende nützt es nämlich nichts mehr, sich für seine Feigheit in den Hintern zu beißen. Entweder man hat gelebt oder man hat existiert, ein Nochmal gibt es nicht. Aber es gibt Menschen, die zuhören. Hoffentlich jedenfalls…

Ich möchte zuhören

Ich möchte genau so jemand sein. Ich möchte hören, was Menschen, die kurz vor ihrem Tod stehen, durch den Kopf geht. Sicher nicht, wie die Aktienkurse verlaufen, wie viel größer ihr Auto verglichen mit dem ihres Nachbarn ist oder wie sehr sie von bestimmte Personen enttäuscht sind. Dich wer weiß schon, worauf es Menschen im Angesicht des Unabwendbaren wirklich ankommt. Ich möchte all das weitertragen, dorthin, wo es dringend gebraucht wird: Mitten im Leben natürlich!